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Fachbeitrag

Eine Investition in Kultur ist eine Investition in unsere gemeinsame Zukunft!

Halleluja. Der deutschen Wirtschaft geht es so gut wie nie zuvor, damit steigt auch die Bereitschaft in Kultur zu investieren. Ein Einblick in die Motivation von Unternehmen, Kultur und Kreativität zu fördern.

Kultur? Da ist er wieder, dieser große omnipräsente und dehnbare Begriff, der nichts anderes umschreibt, als all das, was der Mensch je erdacht und geschaffen hat. Kultur, das ist also unsere kollektive Identität, das sind unsere gemeinsamen und individuellen Werte, die sich in unserer Geisteshaltung spiegeln und durch ein lebendiges und weltoffenes Denken und Handeln erlebbar werden. Kultur ist aber auch jener geistige und emotionale Humus, dem wir unsere Ideen und unseren Fortschritt verdanken. Der unsere Fantasie anregt, mit Kreativität etwas zu erschaffen, was neu oder originell und dabei nützlich oder brauchbar ist. Sie ahnen es schon, Kultur ist ein begehrenswertes, immaterielles Gut und Kreativität ist nicht nur der Ursprung für künstlerische Ausdrucksformen, sondern auch okönomischer Erfolge.

In unserem traditionellen Verständnis verstehen wir die Förderung jener Kultur, des Bewahrens unserer kulturellen Identität und kreativen Entwickelns, gern als Aufgabe des Gemeinwesens und verknüpfen sie mit einer öffentlich finanzierten oder subventionierten Kultur. Dazu gehört die direkte Finanzierung öffentlicher Institutionen oder Kulturbetriebe, wie Theater, Museen und Bibliotheken sowie privater Kulturschaffender. Auch die Vergabe von Preisen und Stipendien durch öffentliche Institutionen zählt zur Kulturförderung, für die in Deutschland von Gemeinden, Ländern und dem Bund ca. 10 Milliarden Euro jährlich bereitgestellt werden, das entspricht ca. 125 pro Einwohner. Je nach Mehrheit in den für den jeweiligen Kulturhaushalten mitverantwortlichen Gremien, in der Regel Kultur-Ausschüsse, erfährt der Kulturbetrieb in Deutschland eine politisch beeinflusste Ausrichtung, weshalb der öffentlich geförderte Kulturbetrieb und damit die Freiheit der Kunst nie ganz unumstritten ist. Und das kann Folgen haben: So wurde in den USA nach der letzten Regierungsbildung der ohnehin schon spärliche öffentlich Kulturetat von ca. 500 Millionen Euro, das entspricht allein dem jährlichen, öffentlichen Kulturetat der Stadt Berlin, restlos gestrichen. In Deutschland hat die jahrzehntelange öffentliche Kulturförderung dazu geführt, das wir im Land der Dichter und Denker weltweit über die größte Dichte von Kulturangeboten verfügen und hier mehr Menschen in der Kultur als in der Automobilindustrie arbeiten.

Aber auch Unternehmen fördern Kultur und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Kulturfinanzierung. So ist Kultursponsoring seit der Jahrtausendwende neben weiteren Sparten wie Sportsponsoring ein wichtiges Instrument für Unternehmen geworden, um Kultur zu fördern und mit dem Markt zu kommunizieren. Die Ausgaben für Kultursponsoring in Deutschland sind stabil und entsprechen ca. 5 % der öffentlichen Kulturförderung. 500 Millionen Euro investieren die Unternehmen hier unter anderem über Kultursponsoringpartnerschaften in innovative Kunst- und Kulturprojekte, in kulturelle Bildungsprogramme und individuelle Kreativitätsförderung. Das entspricht einer jährlichen  Investition von ca.6,25 Euro pro Einwohner, die stetig wächst: Haben sich im Jahr 2014 nur 40 % der Unternehmen im Kultursponsoring engagiert, sind es im Jahr 2017 bereits 57 %.

Wirtschaftsunternehmen in allen europäischen Ländern investieren jährlich über ihr kulturelles Engagement ca. 4.6 Milliarden Euro und ergänzen damit die staatliche Kulturförderung. Genau anders herum verhält es sich in den USA, hier wird die Kulturförderung zum größten Teil von Privatpersonen und Unternehmen getragen, die dort jährlich ca. 17 Milliarden Euro aufbringen. Weltweit sind in den letzten sieben Jahren die gesamten Sponsoring-Ausgaben der Wirtschaft, inklusive der Sportförderung sogar von 31 Milliarden Euro auf 55 Milliarden Euro gestiegen.

Was motiviert Unternehmen, ohne Zwänge freiwillig in Kulturprojekte und kulturelle Bildungsprogramme zu investieren und damit Kreativität zu fördern? Natürlich eine langfristige, ökonomische Motivation. Denn diese Unternehmen haben erkannt, dass diese Investition nicht nur eine Investition in die Gesellschaft, sondern auch in die eigene unternehmerische Zukunft ist. Mit der Förderung von kultureller Bildung entsteht eine weltoffene Geisteshaltung, die Förderung von Kreativität lässt innovative, auch für die Unternehmen verwertbare Ideen entstehen, innerhalb von Kunst- und Kulturprojekten wird der kommunikative Austausch gefördert und das nicht nur in der Belegschaft, sondern auch im Umfeld, im Markt, bei Verbrauchern und Geschäftskunden. Tue Gutes und rede darüber oder besser noch, lass andere darüber reden, ist ein schöner Nebeneffekt für den guten Ruf des Unternehmens. Vertrauen entsteht und macht die Unternehmen selbst zu verantwortungsbewussten Bürger der Zivilgesellschaft. Im Vergleich mit der öffentlichen Kulturförderung wird innerhalb der privatwirtschaftlichen Kulturförderung die Freiheit der Kunst gewahrt und bleibt unantastbar. Mitarbeiter werden motiviert, die Lebensqualität an den Unternehmensstandorten wird gestärkt, das eigene Unternehmen und dessen Produkte mit viel Sympathie aufgeladen. Diese Effekte innerhalb von unternehmerischer Kulturförderung sind nachhaltiger als in anderen Segmenten unserer Gesellschaft, wie zum Beispiel Sportförderung, denn Kultur stärkt nicht nur Leistungsfähigkeit und Teamgeist, sie stiftet Sinn und hält die Welt in Innersten zusammen. Das haben auch Unternehmen innerhalb der aktuellen politischen Entwicklung erkannt. Halleluja.