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Blick in die Ausstellung zur Klassischen Moderne © Marcus-Andreas Mohr

Blick in die Ausstellung zur Klassischen Moderne © Marcus-Andreas Mohr

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Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) – Die Burg der Moderne

Die Moritzburg in Halle (Saale) steht für 500 Jahre Baugeschichte und 130 Jahre Museumsgeschichte. Sie ist nicht mehr Burg und noch nicht Schloss und beherbergt seit 1904 das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), das Museum für moderne Kunst des Landes Sachsen-Anhalt.

Die spätgotische Vierflügelanlage wurde um 1500 auf Geheiß Ernsts von Sachsen als Residenz der Erzbischöfe von Magdeburg errichtet und markiert baugeschichtlich einen wichtigen Schritt zwischen Gotik und Renaissance. 1514 bis 1541 nutzte sie Kardinal Albrecht als Wohnsitz und ließ sie prächtig ausstatten. 1637 wurde das Ensemble durch einen Brand so schwer beschädigt, dass die Moritzburg über die nächsten Jahrhunderte in großen Teilen nur als Ruine existierte. Erst im ausgehenden 19. Jahrhundert begann mit der Maria-Magdalena-Kapelle die Wiedererrichtung des Nordflügels durch die Martin-Luther-Universität.

Um 1900 beschloss man eine Nutzung des Südflügels für das 1885 gegründete Städtische Museum für Kunst und Kunsthandwerk. Zu diesem Zweck wurde ab 1904 das ehemalige „Thalamt“, das Amtsgebäude der Pfänner und Halloren, in der Burg als Ausstellungshaus für das Museum in einem historisierenden Nachbau errichtet. Noch heute enthält dieser Gebäudeteil die wertvollen originalen historischen Repräsentationsräume der Halloren, das Festzimmer und das Gerichtszimmer, einzigartige Beispiele der Raumausstattung um 1600. Bis 1913 entstanden unter dem ersten Direktor des Museums, Max Sauerlandt, als Erweiterung des Museums neue Räumlichkeiten zwischen Talamt und Eingangstorturm. In Letzterem hatte 1929 bis 1931 Lyonel Feininger ein Atelier und schuf seinen weltberühmten Halle-Zyklus. Unter Max Sauerlandt und seinem Nachfolger Alois Schardt entstand bis 1933 neben den historischen Sammlungen eine Kunstsammlung zur Moderne, die die Moritzburg zu einem der wichtigsten deutschen Museen machte. Die Kunst- und Kulturpolitik der Nationalsozialisten bereitete dieser Entwicklung mit der Aktion „entartete Kunst“ ein jähes Ende. Nahezu die gesamte Sammlung der Moderne fiel ihr zum Opfer.

Mit der Sanierung des Talamtes um 2000 erwuchs auch der Traum von einer musealen Nutzung des nach wie vor ruinösen Westflügels wie auch des Nordflügels der Moritzburg. 2008 konnten diese beiden Gebäudeteile nach Entwürfen des spanischen Architektenduos Fuensanta Nieto und Enrique Sobejano ihrer musealen Bestimmung übergeben werden. Seitdem verbindet die Moritzburg Baukunst vergangener Epochen mit architektonischen Visionen des 21. Jahrhunderts. Mit weit beachteten Sonderausstellungen wie „Zurück in Amerika: Lyonel Feininger 1937–1965“ (2009), „Emil Nolde. Farben heiß und heilig“ (2013) oder der ersten Retrospektive des amerikanischen Fotografen Nickolas Muray (2015) macht das Museum immer wieder auf sich aufmerksam.

AUSSTELLUNGSHIGHLIGHTS 2016/17

12. März 2016 – 11. September 2016 | MAGIE DES AUGENBLICKS
Van Gogh, Cézanne, Bonnard, Vallotton, Matisse
Meisterwerke aus der Sammlung Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Kultusministers des Landes Sachsen-Anhalt, Stephan Dorgerloh.

Präsentation von ca. 150 Gemälden, Plastiken, Aquarellen, Pastellen, Zeichnungen und Druckgrafiken der „Väter der Moderne“ sowie der Künstler der Revue Blanche, der Gruppe der Nabis. Die hochkarätigen Leihgaben stammen aus der Sammlung der 2014 geschlossenen Villa Flora in Winterthur (CH). Sie stellen erstmals in den neuen Bundesländern Werke der Nabis-Künstler vor. Die Kunst der französischen Postimpressionisten und Symbolisten war eine wichtige Inspiration für die jungen deutschen Expressionisten, die in den Dauerausstellungsräumen des Museums gezeigt werden. Sonder- und Dauerausstellungen werden ab Herbst 2015 getrennt und zusätzlich als Gesamtpaket offensiv beworben.

26. Februar 2017 – 11. Juni 2017 | SEHEN MIT GESCHLOSSENEN AUGEN
Alexej von Jawlensky und Georges Rouault
Beide Künstler setzten sich Zeit ihres Lebens mit dem Menschen und dem Antlitz Christi auseinander und arbeiteten in umfangreichen künstlerischen Zyklen. 1905 in Paris und 1910 in München trafen sie sich über ihre gemeinsam ausgestellten Werke. Beide im Figurativen verbleibend gingen sie in ihrer Werkgenese bis an die Grenze zur Abstraktion und suchten sie nach dem Transzendenten hinter der äußeren Erscheinung.

Die Ausstellung präsentiert weltweit erstmals beide Künstler in einer Zusammenschau. Sie stellt das Œuvre beider Maler in der Genese vor und sucht nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Im Anschluss an die Erstpräsentation im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) und eine begleitende Ausstellung der grafischen Zyklen Georges Rouaults in der Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg soll die Ausstellung in der Schweiz sowie in Japan gezeigt werden. Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Alexej von Jawlensky Archivio, Locarno, und der Fondation Georges Rouault, Paris.

Zielgruppen

Alter: 0–99, Hauptzielgruppe 40–70

Sponsoren und Medienpartner:

EU, Bund, Land, Kulturstiftung des Bundes, Kulturstiftung der Länder, Ostdeutsche Sparkassenstiftung, Kunststiftung Sachsen-Anhalt, Landeszentrale für politische Bildung, Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt, Saalesparkasse, Ernst von Siemens Kunststiftung, Rudolf- August Oetker-Stiftung, Rudolf Jahns Stiftung, Hypo Kunststiftung

Fakten

Rechtsform: unselbständige Stiftung öffentlichen Rechts in treuhänderischer Verwaltung durch die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt
Gründungsjahr: 1885 (Museum), 2003 (Stiftung)
Wirkungsregion: lokal, regional, landesweit, bundesweit, europaweit
Besucher pro Jahr: 50.000
Veranstaltungen: ca. 700 Führungen pro Jahr, ca. 300 Veranstaltungen/ Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene pro Jahr, 4 Galeriekonzerte pro Saison in Kooperation mit der Staatskapelle Halle, MoritzburgOpenAir im Juni-August, zahlreiche interdisziplinäre Veranstaltungen begleitend zu den Sonderausstellungen, wissenschaftliche Tagungen
Mitarbeiter: 30 Mitarbeiter, zzgl. Honorarkräfte und ehrenamtliche Mitarbeiter
Finanzierungsquellen: Land Sachsen-Anhalt zzgl. Drittmittel
Außennutzfläche: ca. 3.000 m² Burghof, ca. 8.000 m² Burggraben
  • Erschließungsturm am Neubau (c) Falk Wenzel