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Kampagnenmotiv: RUHR.2010 © Jörg Kritzner Photography

Kampagnenmotiv: RUHR.2010
© Jörg Kritzner Photography

Fachbeitrag

Das Reiseziel Kulturmetropole Ruhr

Axel Biermann, Geschäftsführer Ruhr Tourismus GmbH

Die Metropole Ruhr gehört zu den ganz jungen Reisedestinationen in Deutschland. Noch vor rund 20 Jahren war ein Urlaub im Ruhrgebiet undenkbar. Erst die Internationale Bauausstellung Emscher Park in den 90er Jahren setzte den Grundstein für die Entwicklung zum Städtereiseziel. Alte Industriebrachen wurden in Wert gesetzt und zu spannenden und beeindruckenden Industriedenkmälern umgestaltet. Der oft beschriebene „Strukturwandel“ brachte neues Leben in längst aufgegebene Viertel. Noch immer dauert dieser Prozess an, und er wird auch in den kommenden Jahren viel Potenzial für neue, auch touristische Nutzungen offenbaren.

Industrie und Tourismus passen auf den ersten Blick nicht wirklich zueinander. Doch gerade aus touristischer Sicht ist die industrielle Vergangenheit der Region ein wahrer Glücksfall. Keine andere Region in Deutschland und sogar in Europa kann mit dieser Fülle an industriekulturellen Sehenswürdigkeiten punkten. Die Metropole Ruhr besitzt damit ein äußerst interessantes Alleinstellungsmerkmal. Das Welterbe Zollverein in Essen, der Gasometer in Oberhausen, der Landschaftspark Duisburg-Nord, die Jahrhunderthalle in Bochum oder das Dortmunder U: Sie alle wurden in den letzten Jahren zu touristischen Besucherhighlights. Bei der ExtraSchicht – der Nacht der Industriekultur – werden viele dieser ehemaligen Industriestandorte zu ausgefallenen Spielorten der Kultur. Dabei zieht es jedes Jahr mehr kulturinteressierte Besucher ins Ruhrgebiet und der Name Extra- Schicht wurde zur wichtigen Kulturmarke.
Die Route der Industriekultur bietet einen Überblick über alle Industriedenkmäler in der Region und gehört zu den erfolg- reichsten Tourismusprojekten im Ruhrgebiet. Auf einem ca. 400 km langen ausgeschilderten Straßenkurs führt sie die Besucher zu den Highlights und den verborgenen Schätzen der Industriekultur. Auch per Rad lässt sich die Route aktiv und dennoch bequem auf dem 230 Kilometer langen Emscher Park Radweg und dem 350 Kilometer langen Rundkurs Ruhrgebiet entdecken. Häufig geht es dabei über ehemalige Bahntrassen, die in den letzten Jahren in hervorragende Radwege umgebaut wurden und durch die geringen Steigungen auch ideal für unerfahrene Radler oder Familien geeignet sind.

Zu den sechs meist befahrenen Radfernwegen in Deutschland gehört der RuhrtalRadweg, der auf 230 Kilometern von Winterberg bis Duisburg führt und dabei einen eindrucksvollen Spannungs- bogen zwischen dem ländlichen Sauerland und der Kulturmetro- pole Ruhr bietet. Ausgezeichnet mit dem ADFC- Gütesiegel ermöglicht die 4-Sterne-Qualitätsroute einen aktiven und zugleich entspannten Radurlaub an der Ruhr, der mit dem 2010 errichteten Kunstpfad Ruhr auch kulturinteressierte Radler anspricht.
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Gäste, die viel in der Metropole Ruhr erleben wollen, erhalten mit der RUHR.TOPCARD bei über 90 Freizeit- und Erlebniswelten im Ruhrgebiet und Umgebung für ein Jahr einmalig kostenfreien Eintritt. Eine der längsten Indoor-Skihallen der Welt, Kletter- gärten, Zoos, Freizeitparks, Industriedenkmäler, Museen, Schwimmbäder und die Fahrgastschifffahrt ermöglichen der Freizeitgestaltung freien Lauf.

Damit Reisende in der vielschichtigen Metropole Ruhr nicht die Orientierung verlieren, wurde das gesamte Ruhrgebiet in fünf überschaubare Erlebnisareale aufgeteilt, jedes dabei mit einem eigenen Marketingthema und einem eigenen RUHR.VISITOR-CENTER in einer der fünf Portalstädte als erste Anlaufstelle für Touristen. Diese Areale heißen Kulturhafen RUHR (Portalstadt Duisburg), RUHR spektakulär und populär (Portalstadt Oberhausen), Kunst und Kreativität RUHR (Portalstadt Essen), Festspiel- platz RUHR (Portalstadt Bochum) und RUHR kreativ (Portalstadt Dortmund). Um die Gäste dabei bestmöglich zu informieren, entstand ein in Europa einzigartiges Netz aus Informations- und Besucherzentren.

RUHR.2010 war für die touristische Entwicklung des Ruhrgebiets ein ganz besonderer Meilenstein. Mit 53 Städten war die Metro- pole Ruhr die erste Region, die sich als Kulturhauptstadt präsentieren konnte. Besonders die Großevents !SING – Day of Song, Still-Leben Ruhrschnellweg, und SchachtZeichen sorgten für internationale Aufmerksamkeit. Aber auch die unglaublich dichte Museumslandschaft begeisterte Kulturinteressierte von nah und fern. Als touristisches Rekordjahr schloss das Jahr 2010 mit 13,0 Prozent mehr Übernachtungen ab. Die Stadt Essen als Bannerträgerin konnte sich sogar über 27,1 Prozent mehr Übernachtungen freuen.

Der wichtigste Gewinn der Kulturhauptstadt liegt im Imagegewinn, der auch zukünftig Besucher in die Metropole Ruhr führen wird. Außerdem wird die Region noch lange von den umfang- reichen Investitionen in die touristische Infrastruktur profitieren. Die neuen Kulturmarken RuhrKunstMuseen und Kulturkanal sowie zahlreiche weitere städteübergreifende Projekte gehören zum kulturellen Erbe von RUHR.2010.

Die Kombination aus Kultur und Entertainment wird auch weiterhin für aufregende und einzigartige Urlaubserlebnisse im Ruhrgebiet sorgen und immer mehr Gäste in die Kulturmetropole Ruhr führen. 200 Museen, 100 Kulturzentren, 100 Konzertsäle, 120 Theater, 250 Festivals und Feste, 3.500 Industriedenkmäler, 2 große Musicaltheater, eine aufregende Mischung aus Moderne und Tradition!


Dieser Beitrag wurde im Jahrbuch Kulturmarken 2012 veröffentlicht.