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Daniel Wall
Interview

Gesellschaftliche Verantwortung schafft wirtschaftlichen Erfolg - Interview mit Daniel Wall, Vorstandsvorsitzender Wall AG

Als internationaler Stadtmöblierer und Außenwerber vermarktet die Wall AG hinterleuchtete Plakatwerbung auf öffentlichen Straßen und Plätzen in 50 Metropolen und Großstädten in 6 Ländern. Mit dem Erwerb der VVR Wall GmbH hat die Wall AG ihr Spektrum an Werbeträgern in Berlin erheblich erweitert: Neben rund 27.000 Werbeflächen an City Light Poster-Vitrinen, Klebesäulen, Großflächen, Mastenschildern, Brückentransparenten und Treppenstufen vermarktet die Wall AG außerdem Werbeflächen an 3.100 öffentlichen Transportmitteln wie Tram, Bus und U-Bahn.

Eva Neumann von der Agentur Causales hat Daniel Wall in Berlin getroffen.

Fragen von Eva Neumann:

1. Herr Wall, Ihr Unternehmen engagiert sich als Stadtmöblierer mit zahlreichen Projekten im sozialen und kulturellen Bereich. Vor kurzem wurde die Wall AG in der Wettbewerbskategorie „Sponsoring“ mit dem Deutschen PR-Preis für ihr Projekt „Rechenfix & Wortgewandt“ an der Jens-Nydahl-Grundschule ausgezeichnet. In Berlin gratulieren Sie der Komischen Oper zu Prämierung als „Oper des Jahres“. Entsteht das großzügige Engagement aufgrund Ihres persönlichen Interesses oder sind die Gründe eher strategischer Art?

Wall: Eigentlich eine Mischung aus beidem.
Gesellschaftliche Verantwortung schafft wirtschaftlichen Erfolg, denn nur in einem gesunden soziokulturellen Umfeld kann ein Unternehmen auch wirtschaftlich erfolgreich sein. Unser Engagement am Standort Berlin steht in enger Verbindung zu unserer Unternehmensphilosophie „Für Städte. Für Menschen.“: Ziel unserer Geschäftsidee ist es, den öffentlichen Raum und das Stadtbild durch ästhetische, qualitativ hochwertige und saubere Stadtmöbel aufzuwerten.
Wir engagieren uns daher gerne in Bereichen, die zu unserer Strategie passen. Unterstützende Aktivitäten zum Thema „Städte“ und der Lebensqualität in ihnen verfolgen wir daher mit Freude.

2. Geht Ihr Unternehmen gezielt auf die Suche nach geeigneten Partnern aus der Kultur oder wählen Sie die Projekte aus den Anfragen aus?

Wall: Wir erhalten täglich zahlreiche Anfragen nach Unterstützung und Kooperation und wählen in der Regel vor allem diejenigen Projekte und Institutionen aus, die in engem Zusammenhang mit unserem Kerngeschäft stehen. Darunter fallen vor allem Projekte aus dem Bereich Denkmalschutz, Stadtbildpflege und Stadtentwicklung. Außerdem liegt uns die Nachwuchsförderung am Herzen. Nicht nur bilden wir im eigenen Unternehmen junge Menschen aus, wir haben darüber hinaus ein verstärktes Interesse daran, die Bildungssituation am Unternehmensstandort Berlin zu verbessern.

3. Als Premiere für ein neues Werbemedium der VVR Wall GmbH haben Sie als ersten Werbekunden des neuen Formats die Jugendstil-Schmuckausstellung „René Lalique“ im Bröhan-Museum gewonnen. Haben Sie für die Produkteinführung bewusst eine Kultureinrichtung ausgewählt?

Wall: Nein, das war Zufall. Der Kunde strebte eine starke Präsenz seiner Kampagne im Innenstadtbereich an. Zu diesem Zeitpunkt führten wir ein neues Werbeformat an den Doppeldeckerbussen der Hauptstadt ein – das Berlin Board. Im Großstadtverkehr sichert es Kampagnen höchste Reichweiten und Aufmerksamkeit.

4. Wertet Kulturwerbung im Stadtbild einer Metropole wie Berlin das Image der Stadt auf?


Wall: Auf jeden Fall. Dass eine Vielzahl an Museen, Ausstellungen, Theatern, Festivals, Musicals und sonstigen Kulturveranstaltungen für ihre Projekte wirbt, zeigt doch nach außen hin, wie vielschichtig und breit gefächert die Kulturlandschaft in der Hauptstadt ist. Berlin wird nicht nur im Ausland als Melting Pot für Kunst, Kultur und Kreativität geschätzt. Durch Kulturwerbung präsentiert die Stadt ihr hochwertiges und reichhaltiges Kulturangebot. Denken Sie etwa an „Die schönsten Franzosen kommen aus New York“ – ein erfolgreiches Beispiel der jüngsten Vergangenheit: Über die Werbebotschaft wurde flächendeckend im Stadtgebiet und darüber hinaus kommuniziert, dass das Metropolitan Museum of Art aus New York in Berlin gastiert. Eine bessere Imagebildung für eine Welt-Kulturstadt kann man sich doch kaum vorstellen.

5. Warum ist die Investition in Außenwerbekampagnen für Kulturprojekte aus Ihrer Sicht sinnvoll?

Wall: Kultur braucht das Gespräch und die Öffentlichkeit. Die Vorzüge der Außenwerbung liegen auf der Hand: Das umsatzstärkste Medium der Außenwerbung ist derzeit das hinterleuchtete Werbeplakat im City Light Poster-Format. Mittlerweile ist es Bestandteil jeder erfolgreichen Kampagne, da es durch seine Verbindung mit Stadtmöblierung den Kontakt zur Zielgruppe dort bewirkt, wo diese sich länger aufhält: an Wartehallen für Bus und Tram, Kiosken oder City-Toiletten. Integriert in Stadtmöbel gelangen die Werbeflächen so an hochfrequentierte Standorte des innerstädtischen Bereichs und bilden flächendeckende Werbenetze mit höchsten Reichweiten. Die Hinterleuchtung sorgt zudem rund um die Uhr für gute Sichtbarkeit und absolute Präsenz im öffentlichen Raum, denn Plakatwerbung kann weder umgeblättert, noch weggeschaltet werden. Darüber hinaus wird dem Plakat eine hohe Akzeptanz entgegengebracht, während TV-Werbeinseln von den meisten Zuschauern als störend empfunden werden. Die breite Streuung und der garantierte Kontakt zum Konsumenten machen die Investition in Außenwerbung bei der Planung jeder Kampagne unumgänglich.

6. Welche Werbeträger empfehlen Sie Kultureinrichtungen für ihre Kommunikation?

Wall: Wie bereits erläutert, ist das City Light Poster an Wartehallen, Stadtinformationsanlagen oder Kiosken in innerstädtischen Zonen, die aufgrund ihrer historischen Bedeutung von großflächiger Werbung freigehalten werden, unschlagbar und konkurrenzlos. Kultureinrichtungen, die ja in der Regel nur über ein beschränktes Budget für Werbemaßnahmen verfügen, können darüber hinaus kostengünstig auf der sogenannten „Kultursäule“ werben, der traditionellen beklebten Litfaßsäule. Um eine möglichst breit gefächerte Zielgruppenansprache zu erzielen, wird zunehmend crossmedial geworben. Das Verbreiten der Werbebotschaft über mehrere Kanäle, zunehmend auch dialogorientiert und interaktiv, trägt den unterschiedlichen Kommunikationsgewohnheiten der Konsumenten Rechnung und verhindert Streuverluste. Die Wall AG bietet in der Hauptstadt Crossmedia-Außenwerbung „aus einer Hand“ an und macht die Planung und Buchung von Kampagnen auf unterschiedlichen Werbeträgern besonders komfortabel.

7. Welche Werbekampagne in der Kulturszene finden Sie besonders gelungen?


Wall: Kulturwerbung erzielt ihre Wirkung meist über Motive, die in ästhetischer Hinsicht besonders hervorstechen. Außergewöhnlich ist beispielsweise die aktuelle Kampagne vom Theater des Westens für das Musical „Tanz der Vampire“: Um bei den U-Bahn-Fahrgästen mehr Lust auf das Spektakel zu wecken, wurden Wände und Säulen am U-Bahnhof Zoologischer Garten im Stil einer echten Vampirgruft gestaltet. Mystisch beleuchtete Plakatvitrinen und Soundmodule sorgen zusätzlich für echte Gruselstimmung. Mit diesen kreativen Sonderwerbeformen beweisen wir, dass im öffentlichen Raum ebenso ideenreich und wirksam geworben werden kann, wie in den Medien – und mit geringeren Kosten.