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Neue Nationalgalerie, Obere Halle

©David von Becker

Fachbeitrag

Museum&Location

Eine für alle und alles für die Kunst: Museum&Location GmbH. Ihre Ansprechpartnerin für Veranstaltungen in den Staatlichen Museen zu Berlin.

Fachbeitrag von Ulrike Kessenich

Kennen Sie das? Sie spüren in Ihrem Lieblingsmuseum ein bisher übersehenes künstlerisches Kleinod auf, erkunden eine neue Ausstellung oder gar ein neues Museum und wünschen sich, einmal ohne Ablenkung durch andere Besucher oder tagesabhängige Termine, das Museum exklusiv für sich – und Ihre Freunde, Begleitung oder Gäste – zur Verfügung zu haben, um sich der Kunst in Ruhe anzunähern. In den Staatlichen Museen zu Berlin inklusive des Weltkulturerbe-Ensembles Museumsinsel lässt sich dieser Wunsch erfüllen!
Mit ihren über Generationen gewachsenen Sammlungen bilden die Staatlichen Museen zu Berlin ein Universalmuseum mit Kunst- und Kulturschätzen der gesamten Menschheitsgeschichte aus nahezu allen Nationen, Kulturen und Zeiten. Die Kunden von Museum&Location lernen diese vielseitigen Museen noch von einer weiteren, ausgesprochen attraktiven Seite kennen: als exklusiven Veranstaltungsort für ihren besonderen Anlass.

Die Idee

Im Jahr 1996 eröffnete der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin als neues Haus der Staatlichen Museen zu Berlin. Doch fehlende Ausstellungsmittel stellten das neue Museum für zeitgenössische Kunst, das zu den Häusern der Nationalgalerie gehört, vor eine große Herausforderung. Die rettende Idee entstand im Gespräch zwischen dem Förderkreis „Verein der Freunde der Nationalgalerie“ und der Direktion des Museums: die Räume im Hamburger Bahnhof sollten fortan für Veranstaltungszwecke vermietet werden, um zusätzlichen Umsatz zu generieren.
Zur Umsetzung der Idee gründete der Verein der Freunde der Nationalgalerie die Tochtergesellschaft „Hamburger Bahnhof Veranstaltungsgesellschaft mbH“. Und das Modell bewährte sich: (Ausstellungs-)Projekte im Haus konnten stabil finanziert werden. Inspiriert durch den Erfolg entschloss man unter dem damaligen Generaldirektor Peter Klaus Schuster, das erfolgreiche Finanzierungsmodell auf alle Häuser der Staatlichen Museen zu Berlin zu übertragen und somit eine langfristige, kontinuierliche Liquiditätsbeschaffung zu ermöglichen. Mit Zustimmung der Direktoren aller Häuser der Staatlichen Museen zu Berlin wurde im Jahr 2003 schließlich die Museum&Location Veranstaltungsgesellschaft der Staatlichen Museen zu Berlin mbH gegründet.

Der Auftrag

Zentrale Aufgabe von Museum&Location ist es, kommerzielle Veranstaltungen zu akquirieren und diese auf den Flächen der Staatlichen Museen zu Berlin stattfinden zu lassen. Sie betreut die Vermarktung der Museumsflächen als Location für Events und achtet gleichzeitig auf einen nachhaltigen Umgang mit den denkmalgeschützten Räumlichkeiten. Die generierten Gewinne finanzieren zu 100% Ausstellungsprojekte, Publikationen oder Veranstaltungsreihen der Staatlichen Museen zu Berlin und ergänzen somit deren Gesamtprogramm. Durch diese externen Mittel haben die Staatlichen Museen zu Berlin mehr „Freiheit“, ihr Programm zu gestalten, zu erweitern und zusätzliche Besucher zu generieren. Darüber hinaus ermöglichen die kommerziellen Veranstaltungen neuen Zielgruppen einen unkomplizierten Zugang zur Kunst.
Schönster Aspekt dieses Konzepts: bereits über 400 Ausstellungen und Projekte konnten hierdurch ganz oder unterstützend finanziert und realisiert werden.
Der Erfolg bedingt das Angebot: innerhalb der Stiftung Preußischen Kulturbesitzes gehört seit Frühjahr 2015 auch die Staatsbibliothek zu Berlin zum Portfolio von Museum&Location. Mit ihren von Hans Scharoun gestalteten Konferenzsälen am Potsdamer Platz bietet die Staatsbibliothek einen eindrucksvollen Rahmen für Tagungen und Gespräche mit bis zu 480 Teilnehmern. 2020 werden ergänzend die historischen Räumlichkeiten des Hauses Unter den Linden hinzukommen.

Das Team von Museum&Location betreut rund 100 Veranstaltungen jährlich und kann seit Gründung eine Finanzierungsleistung von ca. 5 Millionen Euro in Summe aufzeigen. Dabei ermöglicht das Portfolio festliche Dinner-Veranstaltungen von 20 bis zu 600 Personen ebenso wie Empfänge, Tagungen und private Hochzeitsfeiern.

Mut zu neuen Wegen

Bei der Generierung zusätzlicher Gelder geht Museum&Location auch ungewöhnliche Wege, greift Möglichkeiten des digitalen Zeitalters auf: 2014 sammelte Katrin Hansch als Geschäftsführerin von Museum&Location in einer Crowdfunding Aktion auf startnext.de genügend Gelder, um für die Nationalgalerie die Skulptur „Paul together alone with each other (Sgt. Pepper), 2013“ von Jonathan Monk zu erwerben. Durch zahlreiche Unterstützer und Kunstliebhaber ist auf diesem Wege ein bisher ungewöhnliches Finanzierungsmodell im Museumsbetrieb erfolgreich erprobt worden.
Auch bei den Veranstaltungen geht es mitunter kreativ zu. Der internationale Ruf Berlins als Modemetropole ließ verschiedene Designer auf Museum&Location aufmerksam werden: So konnten Modenschauen von Joop, Hugo Boss und des Berliner Modeschöpfers Michael Michalski in den Staatlichen Museen zu Berlin realisiert werden. 2019 ging Max Mara noch einen Schritt weiter und ließ sich zu einer kompletten Kollektion von den Kunstschätzen und der Architektur des Neuen Museums inspirieren, die in einer fulminanten Fashion Show vor Ort präsentiert wurde. Beeindruckt von der Mischung aus Historie und Moderne entschloss sich Max Mara darüber hinaus zur Finanzierung des Projekts „10 Jahre Neues Museum“, das den Besuchern im Herbst 2019 ermöglichen wird durch Augmented Reality-Brillen das bekannte Treppenhaus des Museums in seinem historischen Zustand zu erleben. Dies zeigt deutlich, dass kommerzielle Veranstaltungsformate nicht das Kunst- und Kulturerlebnis reduzieren oder (zer)stören, sondern vielmehr zu sinnvollen Synergieeffekten führen können.

(Dieser Fachbeitrag erscheint im Jahrbuch Kulturmarken 2020)