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Gottlieb Duttweiler, Migros Gründer

Best Practice

Die Migros - gelebte unternehmerische Verantwortung für die Schweizer Gesellschaft

"Die lebendige Idee ist es, was die Migros ausmacht", sagte Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler im Mai 1940 – und setzte damit das Fundament, auf dem die Migros noch heute steht. Eine dieser lebendigen Ideen, die auf Gottlieb Duttweiler zurückgehen, ist das Migros-Kulturprozent. Damit hat Gottlieb Duttweiler Wellen geworfen – weit über den Detailhandel hinaus: Das Kulturprozent ist auch heute noch weltweit einzigartig. Neben dem Migros-Kulturprozent wurde im Jahr 2012 Engagement Migros, der neue Förderfonds der Migros-Gruppe, ins Leben gerufen, der die Fördertätigkeit des Migros-Kulturprozent mit einem eigenen Ansatz ergänzt.

Netzwerke machen stark

Seit jeher setzen wir sowohl beim MigrosKulturprozent als auch bei Engagement Migros auf Netzwerke. Denn: Netzwerke machen stark, weil sie helfen, neues Wissen aufzubauen und zu vertiefen, weil sie Anregungen liefern, weil man das Knowhow anderer nutzen und gemeinsam Ideen entwickeln kann, weil man voneinander lernen und sich inspirieren lassen kann. In Netzwerken lernt man, über den Tellerrand zu schauen.

Netzwerke zu bilden kann durchaus anspruchsvoll sein: zusammen an einen Tisch zu kommen, in einen Dialog zu treten, sich auszutauschen und einander zuzuhören.  Bringt das etwas? Lohnt sich dieser Aufwand überhaupt, wenn doch sowieso unterschiedliche strategische Absichten, unterschiedliche Unternehmenskulturen und unterschiedliche Organisationsstrukturen aufeinandertreffen? Netzwerkarbeit kann schliesslich auch bedeuten, dass man sich untereinander absprechen muss und dass es bisweilen zu Verzögerungen im ursprünglichen Plan kommen kann. Doch wie heisst es so schön: «Wenn du schnell vorankommen willst, geh allein. Wenn du weit kommen willst, geh mit anderen.» Konkrete Resultate mögen zu Beginn nicht sofort ersichtlich sein, doch sind wir der festen Überzeugung, dass die Zukunft der Kooperation gehört – und Netzwerke sind die Basis für erfolgreiche Kooperationen. Bei zahlreichen Themen stellen wir fest, dass wir nicht alleine unterwegs sind. Auch die öffentliche Hand oder diverse Stiftungen identifizieren Themen und gehen diese an. Da macht es nur Sinn, sich zusammenzutun, denn: Netzwerke und Kooperationspartner verstärken die Wirkung unserer Arbeit.

Verantwortung übernehmen gibt Entscheidungsfreiheit

So fragen auch wir uns – beim Migros-Kulturprozent und bei Engagement Migros – bei unserer täglichen Arbeit immer wieder aufs Neue: Wie konkret können wir Ökosysteme schaffen, in denen wir voneinander lernen? Und wieso sind solche Ökosysteme so wichtig? Oft liegen diesen Ökosystemen unerwartete Fragen zugrunde wie zum Beispiel: «Was hat ein Museum mit einer Kita zu tun?» Auf den ersten Blick wohl kaum etwas. Museen wirken oft elitär oder verstaubt – und bei Kitas denkt man schnell an schreiende Kinder, die sich ihr Spielzeug streitig machen.

Genau diese beiden Institutionen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, tun sich in unserem neuen Projekt Lapurla zusammen. Die nationale Initiative des Migros-Kulturprozent und der Hochschule der Künste Bern HKB schafft kreative Freiräume für die Jüngsten. Was heisst das konkret? Kinder von 0 bis 4 Jahren entdecken Kulturinstitutionen als vielfältige Sinneswelten – und gehen zusammen mit ihren Bezugspersonen ins Museum, ins Theater oder empfangen Kulturschaffende bei sich in der Kita oder Spielgruppe. Damit wollen wir bewirken, dass Kinder von Anfang an kulturelle Erfahrungen machen dürfen – und Museums- oder Theaterbesuche ganz selbstverständlich in ihr späteres Leben integrieren.

In Modellprojekten treffen ganz unterschiedliche und fremde Ökosysteme aufeinander: der Kita-Alltag und die elitäre Kunstwelt. Dass sich diese beiden auf einen gemeinsamen Weg begeben, um ein altersgerechtes Angebot zu kreieren, das ist pionierhaft. Es kommt den Kindern zu Gute und wirkt in die Ökosysteme zurück.  Solche Modellprojekte werden von uns unterstützt und gestärkt, um andere zu motivieren, um Interessierte ins Boot zu holen und um den Know-how-Transfer anzukurbeln, damit im Laufe der Zeit nachhaltige Kooperationen und Netzwerke entstehen, die danach selbstorganisiert und selbstwirksam weiterwirken können. Wir intervenieren also auf unterschiedlichen Ebenen: indem wir Kulturinstitutionen mit Institutionen der Frühen Kindheit verbinden und indem wir Kulturbehörden, Bundesstellen, Fachpersonen im Frühbereich und Fachpersonen in der Kultur rechtzeitig einbinden. Wichtig dabei ist, dass alle voneinander wissen, sich gegenseitig in die Hände spielen und so ihre Arbeit verstärken. Bei diesem Projekt treffen Welten zusammen: jene der Kultur und jene der frühen Förderung. Aber es gibt ein klares, übergeordnetes Interesse – und das ist wichtig: nämlich Kleinkinder kulturell teilhaben zu lassen. Dabei ist die kulturelle Teilhabe der Jüngsten aber kein Selbstzweck, sondern sie hilft Kompetenzen zu entwickeln, die für die Mitglieder unserer Gesellschaft zukünftig wichtiger denn je sein werden: Kreativität und Kommunikation. Selbst wenn unterschiedliche Interessen existieren, merkt man bei Lapurla schnell, dass die Ziele nur gemeinsam erreicht werden können. Die Krippen «haben» die Kinder, die Kulturhäuser, Theater und Kulturschaffenden den kulturellen Raum und künstlerische Inputs. Nur gemeinsam wird kulturelle Teilhabe erreicht.

Das Projekt «Lapurla» steckt noch in den Kinderschuhen – doch unser Ansatz, den wir anstreben, ist jetzt schon ersichtlich: Wir versuchen nämlich sehr früh, alle Beteiligten im Projekt in Eigenverantwortung zu nehmen. Verantwortung zu übernehmen, ist wichtig – für Individuen, für Gruppen, für Unternehmen, denn: Verantwortung gibt Entscheidungsfreiheit. Beim Migros-Kulturprozent und beim Förderfonds Engagement Migros sehen wir es als unsere Verantwortung, Themen, die mit dem gesellschaftlichen Wandel zu tun haben, auf den Radar zu bringen – und als Impulsgeberin zu wirken. Mit zündenden Ideen, einer klaren Vision, Entdeckungsfreude, qualifizierten, engagierten Akteuren und einer exakten Zielsetzung ist es möglich, zukunftsfähige Lösungen zu erarbeiten, in gesellschaftlich wichtigen Themen Pionierarbeit zu leisten und ein Stück Zukunft zu schreiben. Oder um es mit den Worten von Migros-Gründer und Visionär Gottlieb Duttweiler zu sagen: «In der modernen Welt wird der Erfolg jenen gehören, die es verstehen, um sich herum eine Ideenwelt aufzubauen.»